Die Heimmacht zeigt zwei Gesichter

3. Liga Nord - TTC dreht nach schwachem Start auf und schlägt Schwarzenbek 6:2

Das Lampertheimer Tischtennis-Spektakel gab es diesmal erst in der Einzelphase – und das unerwartet. „Nach den verlorenen Doppeln am Anfang war es mucksmäuschenstill in der Halle“, sagte Uwe van gen Hassend, der Vorsitzende des TTC Lampertheim, nach dem 6:2-Heimsieg des ersten Herrenteams gegen den TSV Schwarzenbek: „Ich müsste länger darüber nachdenken, ob wir uns in der 3. Bundesliga jemals derart desolat präsentiert haben. Da ging gar nichts. Aber wie so oft in den vergangenen Wochen sind wir stark zurückgekommen.“

So blutleer sich der TTC in der Doppelphase präsentierte, so überzeugend traten die Südhessen in den Einzeln auf – und staubten sechs von sechs Punkten ab. „Es war wieder ein Spektakel, auch für neutrale Zuschauer. Daran hatte Schwarzenbek seinen Anteil“, lobte van gen Hassend den keineswegs chancenlosen Tabellendritten (jetzt 8:6 Punkte).

Die Leistungsschwankungen zwischen Doppel- und Einzelphase bleiben aber ein Rätsel. Zumal sich Alfredas Udra und Tomas Mikutis bestens aus der litauischen Nationalmannschaft kennen. Dass jetzt auch das Spitzenduo Mahmoud Helmy/Vladimir Anca Schwächen zeigte und in drei Sätzen verlor, führte van gen Hassend auf das Spielsystem zurück. „Wir werden etwas ändern – wahrscheinlich schon am kommenden Wochenende“, kündigte der TTC-Boss an.

Allein das Match zwischen Mikutis auf Position zwei und TSV-Spitzenmann Frederik Spreckelsen wäre wohl vielen der 78 Zuschauer in der Sedanhalle das Eintrittsgeld wert gewesen. Es gab hochklassige Ballwechsel – und stehende Ovationen für beide Spieler. Nach fünf engen Sätzen (11:13, 11:9, 11:9, 6:11, 11:9) behielt Mikutis das bessere Ende für sich und glich zum 2:2 aus. „Dieses Spiel ging über eine Stunde. Keiner hätte eine Niederlage verdient gehabt“, meinte van gen Hassend.

Vor Mikutis hatte Udra in vier Sätzen gegen Moritz Spreckelsen für den 1:2-Anschluss gesorgt. „Er hat unsere Mannschaft angetrieben“, blieben van gen Hassend die „Come on, fight“-Rufe des Balten nach dem schwachen Auftakt nicht vorenthalten. Nachdem Helmy und Anca auf 4:2 gestellt hatten, holte Mentalitätsmonster Udra gegen Frederik Spreckelsen ein 7:10 im fünften Satz auf. Weniger Mühe hatte Mikutis, der Moritz Spreckelsen in drei Sätzen besiegte. „Plötzlich lief es wie am Schnürchen“, hielt van gen Hassend zum dritten Heimsieg im dritten Heimspiel fest.

2021 Mikutis SM 2

Tomas Mikutis zeigte gegen Frederik Spreckelsen ein Riesenspiel. Die Lampertheimer Nummer zwei siegte mit 11:9 im fünften Satz.


Zweimal gegen Velbert

Mit 7:1 Punkten kann der TTC selbstbewusst in den kommenden Doppelspieltag gehen. Es geht zum SV Union Velbert, der gleich zwei Mannschaften in der 3. Liga Nord stellt. „Im Prinzip sind alle dagegen, aber die Wettspielordnung lässt es zu“, hält sich die Begeisterung bei van gen Hassend in Grenzen: „Wir erwarten, dass wir mehr oder weniger auf denselben Gegner treffen. Das Spitzendoppel aus Velberts zweiter Mannschaft spielt in der ‚Ersten’ auf Drei und Vier.“

Am Samstag (17.30 Uhr) trifft Lampertheim auf Velbert II (4:4 Punkte). Am Sonntag (13 Uhr) misst sich der Tabellenvierte mit dem Primus (13:1). „Würde Velbert immer mit den besten vier Spielern antreten, würde sie niemand schlagen. Das Spielmaterial dort liegt uns außerdem nicht“, sieht van gen Hassend sein Team als Außenseiter.

Quelle: Südhessen Morgen