TTC feiert Kantersieg im Derby

6:0 der Lampertheimer in Fehlheim

Das erste Tischtennis-Herrenteam des TTC Lampertheim hat bei der Bergsträßer Derby-Premiere in der 3. Bundesliga Nord kurzen Prozess mit dem VfR Fehlheim gemacht. Vor 65 Zuschauern in der Bensheimer AKG-Turnhalle feierte der Tabellendritte einen 6:0-Kantersieg über den Aufsteiger.

„Für den deutlichen Erfolg gibt es sicherlich mehrere Gründe“, sagte Lampertheims Vorsitzender Uwe van gen Hassend nach dem letzten Vorrundenmatch: „Einer davon war, dass die Fehlheimer in der Aufstellung, mit der sie angetreten sind, vielleicht nur noch eine gute Regionalliga-Mannschaft sind.“

Der VfR verzichtete wegen der aktuellen Corona-Lage darauf, seinen indischen Spitzenspieler Saha Sourav einfliegen zu lassen. Mit Oleksi Sarmatov fehlte ein weiterer Top- Mann beim Vorletzten, der nun bei 2:14 Punkten steht. Der Tabellendritte aus Lampertheim (jetzt 13:5 Punkte) kam in Bestbesetzung. „Trotzdem muss man erst einmal alles gewinnen“, betonte van gen Hassend: „Wir wollten voll konzentriert zur Sache gehen.“

Als einen weiteren Grund machte van gen Hassend die Stimmung aus. „Wenn man die Betreuer mitzählt, waren vielleicht 70 Leute da. Davon waren ein Drittel Lampertheimer und ein Drittel neutrale Zuschauer“, hätte der TTC-Vorsitzende mehr Unterstützung für den VfR erwartet: „Für Fehlheim war das wohl ein neuer Rekord, aber ich hätte gedacht, dass mehr Fehlheimer kommen würden. Unsere Zuschauer waren unüberhörbar.“

Sehenswerte Partien

All das spiegelte sich letztlich im ersten Lampertheimer 6:0-Erfolg der laufenden Saison wider. „Von sechs Spielen gingen drei klar an uns“, hob van gen Hassend den Drei-Satz-Sieg von Alfredas Udra/Tomas Mikutis gegen Timo Freund/Felix Schubert, den Vier-Satz-Erfolg von TTC-Spitzenmann Udra gegen Freund und das 3:0 von Mahmoud Helmy gegen Schubert zum 6:0-Endstand hervor.

Spannender - und vor allem sehenswerter - ging es in den anderen drei Partien zu. „Fehlheim hatte seine Doppel umgestellt. Wir haben diesmal aber eine tolle Doppelleistung geboten“, freute sich van gen Hassend, dass der TTC erstmals in dieser Spielzeit mit einem 2:0-Vorsprung aus den Teamduellen kam. Lampertheims Doppel 2, Mahmoud Helmy/Vladimir Anca, holte gegen Andrej Bondarev/Dmytro Yaremchuk einen 1:2-Rückstand nach Sätzen auf und behielt im Schlusssatz mit 11:5 die Oberhand.

Wenig später drehte auch Mikutis gegen VfR-Spitzenmann Bondarev ein 1:2 nach Sätzen und gewann mit 11:6 im fünften Durchlauf. Das wohl spektakulärste Duell lieferten sich Lampertheims Nummer drei Anca mit Yaremchuk, der bei Fehlheim auf Position vier aufschlug. Auch dieses Spiel ging in den fünften Satz (11:8, 5:11, 11:4, 9:11, 11:8). „Für die Zuschauer war das sehr gut anzuschauen“, sprach van gen Hassend von einem „schönen Vorrundenabschluss. Wir haben eine gute Truppe beisammen, in der es passt, und können absolut zufrieden sein.“

Ob es für die TTC-Herren am 16. Januar plangemäß mit dem Heimspiel gegen Füchse Berlin weitergeht, ist offen. Van gen Hassend hofft, dass es im Tischtennis zu einer Rückrunde kommt - nicht nur auf Bundesebene.

„Ein nochmaliger Saisonabbruch wäre aus unserer Sicht eine Katastrophe für unseren Sport. Ich glaube, diesmal würden viel mehr und gerade ältere Sportler den Schläger an den Nagel hängen. Auch in der Jugend würde es zunehmend schwer, Mannschaften an den Start zu kriegen“, erklärte der TTC-Vorsitzende, der auch als Sprecher der 3. Liga fungiert.


Quelle: Südhessen Morgen