Mulmige Gefühle beim TTC

Weil die Gegner eine Verlegung ablehnen, muss der Lampertheimer Drittligist zum Doppel-Spieltag in den Norden reisen

Ein mulmiges Gefühl beschleicht Uwe van gen Hassend vor der Fahrt nach Norddeutschland allemal. „Es ist seltsam, mit dem Zug durch halb Deutschland zu fahren, während bundesweit die Inzidenzen steigen“, sagt der Vorsitzende des Tischtennis-Clubs (TTC) Lampertheim vor dem Doppelspieltag der ersten Herrenmannschaft in der 3. Bundesliga Nord. Am frühen Samstagmorgen bricht der TTC-Tross über Mannheim gen Schleswig-Holstein auf. Dort treffen die Südhessen um 15.15 Uhr auf den TSV Schwarzenbek. Nach einer Übernachtung in Hamburg – der Ausflug auf die Reeperbahn fällt in diesem Jahr aus – gastiert der TTC am Sonntag (13.30 Uhr) beim TSV Bargteheide.

17 oder 18 ICE-Tickets?

„Leider haben wir es aus terminlichen Gründen nicht hinbekommen, schon am Freitag anzureisen“, erklärt van gen Hassend: „Unsere Spieler werden im ICE schlafen. Das ist aber etwas anderes als ausgeruht zu sein. Ich hoffe, dass wir die Reisestrapazen gut verkraften.“ 17 Fahrscheine haben die Lampertheimer für ihre Spieler, Betreuer und Fans gebucht. Ein 18. Ticket könnte noch dazukommen. „Es kann sein, dass wir mit Istvan Molnar einen fünften Spieler einsetzen, damit wir in den Doppeln und Einzeln etwas variieren können“, verrät der TTC-Boss, der für alle Fälle abgesichert sein will. Beim 6:4-Heimsieg gegen Füchse Berlin vor zehn Tagen hatte Vladimir Anca Probleme am Bizeps. Im zweiten Einzel war Lampertheims Nummer drei deshalb ohne Chance. „Außerdem kann in diesen Zeiten einfach alles passieren“, nennt van gen Hassend ein weiteren Grund, um den Ungarn Molnar einreisen zu lassen.

 2021 Istvan Molnar

Ob Istvan Molnar mit dem TTC Lampertheim zum Doppelspieltag nach Norddeutschland fährt, wird sich noch entscheiden.
 

Die Fahrt in den hohen Norden in Zeiten, da die Inzidenz in Schleswig-Holstein jenseits der 900 liegt, hätte sich der TTC gerne erspart. Wie schon vor dem Rückrundenstart gegen Berlin baten die Lampertheimer ihre Gegner daher um eine Spielverlegung. „Wir hätten lieber erst im Februar weitergemacht. Beide Vereine haben eine Verlegung allerdings abgelehnt und wollten unbedingt jetzt spielen“, meint van gen Hassend. Der Termin ändert indes wenig an der Schwere der Aufgaben. Vor allem beim Tabellenvierten Schwarzenbek (12:8 Punkte) rechnet der Dritte (15:5) mit harter Gegenwehr. „Schwarzenbek steht ganz anders als in der Vorrunde“, warnt der TTC-Vorsitzende. Der Schwede Jonathan Mcdonald rückte zur Rückserie von Position drei auf die „Eins“.

Mit den Spreckelsen-Zwillingen Frederik und Moritz sowie mit dem 15-jährigen Lleyton Ullmann wähnt sich der TSV auch hinten heraus gut aufgestellt. „Lleyton Ullmann ist die deutsche Top-Hoffnung im Tischtennis. Er hat im letzten Jahr auch international starke Ergebnisse eingefahren und sich enorm entwickelt“, weiß van gen Hassend. Für das Match gegen den TTC ist Ullmanns Einsatz allerdings fraglich.

An den 6:2-Sieg im Hinspiel Ende Oktober denkt van gen Hassend mit gemischten Gefühlen zurück. Da lag Lampertheim nach den Doppeln 0:2 hinten. Nur eine mentale Glanzleistung in den Einzeln verhinderte einen Punktverlust. „Sie sind heimstark und stehen nicht umsonst einen Platz hinter uns“, betont van gen Hassend.

6:2 in der Vorrunde

Auch gegen Schlusslicht Bargteheide (3:17 Punkte) setzte sich der TTC im Oktober mit 6:2 durch. Doch auch in dieser Partie ging es eng zu. Beim Stand von 2:2 lagen Mahmoud Helmy und Vladimir Anca im letzten Satz zurück, konnten aber noch gewinnen. Statt 2:4 stand es so 4:2. Im Kellerduell gegen den Vorletzten SVH Kassel behauptete sich Bargteheide zuletzt klar mit 6:1. „In der kleinen Halle dort wird die Stimmung sehr gut sein. Wir sind nicht die Mannschaft, die so überragend ist, dass sie jeden Gegner überrollt“, meint van gen Hassend: „Wenn einer von uns schwächelt, wird es verdammt schwer – und die Gegner wissen das, auch wenn wir auf dem Papier der Favorit sind.“ In Schleswig-Holstein gilt in Sporthallen die 2G-plus-Regel, maximal 50 Zuschauer sind zugelassen. Bei der Abwicklung der Gästetickets zeigten sich Schwarzenbek und Bargteheide kooperativ, hält van gen Hassend erfreut fest: „Wir haben die Plätze für unsere Zuschauer bekommen.“

Quelle: Südhessen Morgen