TTC hängt Velbert ab

3. Liga - Lampertheimer gewinnen vor 60 Zuschauern mit 6:3 / Banges Warten auf HTTV-Entscheidung

Das erste Herrenteam des TTC Lampertheim hat sich in der 3. Tischtennis-Bundesliga Nord erfolgreich zurückgemeldet. Eine Woche, nachdem die TTC-Cracks stark ersatzgeschwächt in Schwarzenbek (3:6) und Bargteheide (5:5) antreten mussten, gewannen die Südhessen ihr Heimspiel gegen Union Velbert II mit 6:3. „Wir haben Platz drei verteidigt und mit Velbert II einen direkten Konkurrenten distanziert“, sagte Lampertheims Vorsitzender Uwe van gen Hassend nach dem Erfolg über den Tabellenfünften.

Genau genommen liegt der TTC mit 18:8 Punkten jetzt sogar vor dem SC Buschhausen (16:2) auf Platz zwei. Buschhausen hat aber vier Spiele weniger absolviert - die Verlustpunkte sind der deutlich bessere Indikator. „Für uns geht es um Platz drei. Unser schärfster Konkurrent ist der TSV Schwarzenbek“, stellte van gen Hassend klar.

Gegen Velbert II (jetzt 13:11 Punkte) ließ Lampertheim wenig anbrennen. „Dieses Spiel mussten wir gewinnen“, meinte van gen Hassend. Das Wort „musste“ bezog der TTC-Chef nicht nur auf die Tabelle, sondern vor allem auf die personelle Ausgangslage. „Velbert II ist ohne seine Nummer eins, Marios Yiangou, angereist – wir waren wieder komplett. Zwar hat Velberts Routinier Thomas Brosig auf Position eins beide Spiele gewonnen, trotzdem war der Gegner geschwächt“, fand van gen Hassend.

Beide Doppel gewonnen

Zum ersten Mal in dieser Saison entschieden die Lampertheimer vor vertrauter Kulisse beide Doppel für sich. Das war dem TTC bislang nur beim 6:0-Sieg beim VfR Fehlheim im Dezember geglückt. Die Doppel gelten in dieser Runde als die Achillesferse der Spargelstädter. Lampertheims Spitzendoppel Alfredas Udra/Istvan Molnar setzte sich vor 60 Zuschauern in der Sedanhalle in vier Sätzen gegen Thomas Brosig/Timotius Köchling durch. Mahmoud Helmy/Vladimir Anca brachten gegen Lukas Bosbach/Karl Walter ein 11:6 im fünften Satz ins Ziel.

Nach dem ersten Einzeldurchgang stand es 5:1 für Lampertheim. Ein Spaziergang war die klare Führung allerdings nicht. Nach dem Doppel 2 gingen auch die Partien von TTC-Spitzenmann Udra gegen Köchling, von Helmy gegen Brosig und von Anca gegen Walter in den fünften Satz. Udra (11:6) und Anca (11:8) behielten die Oberhand. Helmy, der gegen Brosig schon 5:0 vorn lag, unterlag noch mit 7:11. „Borsig hat hinten heraus sehr clever und nahezu fehlerfrei gespielt“, beobachtete van gen Hassend. Molnar (3:0 gegen Bosbach) hatte keine Mühe.

2021 Helmy SM 1

Mahmoud Helmy (TTC Lampertheim) verlor sein Einzel trotz einer 5:0-Führung im letzten Satz knapp.

Im zweiten Durchgang schlug Velbert II zunächst zurück. Brosig besiegte Udra in vier Sätzen, Köchling verkürzte gegen Helmy in vier Sätzen auf 3:5. Dann machte Anca kurzen Prozess mit Bosbach (13:11, 11:3, 11:5). „Die starken Leistungen im hinteren Paarkreuz waren entscheidend. Vorne hatte Mahmoud Helmy mit den Nerven zu kämpfen. Alfredas hat noch Trainingsrückstand. Aber sein Winteraufenthalt auf Teneriffa ist vorbei. Er trainiert jetzt wieder in der Heimat und wird den Rückstand bald aufgeholt haben“, holte van gen Hassend aus.

„Runde im Kopf abgehakt“

Für den TTC geht es am 20. Februar beim SVH Kassel weiter. Die Nordhessen (4:18 Punkte/Spielbilanz -27) stehen zurzeit gleichauf mit Bargtheide (-18) und Fehlheim (-38) am Tabellenende, wobei zwei Absteiger vorgesehen sind. „Wir wollen dort zwei Punkte holen, ganz klar“, macht van gen Hassend deutlich.

Gespannt erwartet der TTC-Vorsitzende derweil die Entscheidung des Hessischen Tischtennis-Verbands (HTTV). In dieser Woche will der HTTV verkünden, ob die bis 14. Februar unterbrochene Saison in seinen Klassen fortgesetzt oder abgebrochen wird. Bei einem Abbruch würde Lampertheims Bundesliga-Mannschaft als einziges Ried-Team weiterspielen.

„Eine Verlängerung der Unterbrechung wird es auf keinen Fall geben. Die ersten Spiele sind aber schon für kommenden Montag angesetzt. Das geht gar nicht“, könnte sich van gen Hassend gut vorstellen, dass der Verband den Mannschaften eine kurze Vorbereitungszeit einräumt. „Nach meiner Einschätzung stehen die Chancen aber 60:40 für einen Abbruch“, glaubt van gen Hassend: „Bei uns im Verein ist der Tenor eher: Lieber die Runde abbrechen und dafür die neue Runde vernünftig starten. Die Einfachrunde ist abgeschlossen, die Trainingsresonanz ging zuletzt etwas runter. Viele haben diese Runde im Kopf schon abgehakt.“

Quelle: Südhessen Morgen