TTC verliert keine Zeit

Drittligist Lampertheim feiert einen 6:3-Erfolg in Kassel / Konkurrent Schwarzenbek lässt wieder Federn

Ein Anruf genügte – und das Abendessen beim Stammgriechen war sichergestellt. „Er hat den Grill für uns angelassen“, berichtete Uwe van gen Hassend, der Vorsitzende des Tischtennis-Clubs Lampertheim. Nach dem 6:3-Sieg beim SVH Kassel wollte der TTC-Tross keine Zeit verlieren. Von der Halle ging es deshalb direkt auf die Autobahn. Um kurz nach 21 Uhr waren Sturm und Regen getrotzt. „Wir waren seit 8.45 Uhr unterwegs“, erklärte der TTC-Chef.

Allzu lange konnten die Lampertheimer den neunten Erfolg im 14. Spiel allerdings nicht auskosten. Schon um 6 Uhr fuhren van gen Hassend und Co. am Montagmorgen wieder zum Frankfurter Flughafen. Istvan Molnar flog als Erster los, die Litauer Alfredas Udra und Tomas Mikutis waren wenig später dran. Der Kalender war eng getaktet, doch der Erfolg machte alle Mühen wett. „Es war keine berauschende Leistung von uns – aber es war ein Sieg“, hielt van gen Hassend fest.

Vor 55 Zuschauern bewahrheitete sich, was der TTC-Vorsitzende für das hessische Nord-Süd-Duell in der 3. Bundesliga Nord vorausgesagt hatte: „Kassel ist keine schlechte Mannschaft. Wir waren in der Gesamtheit etwas stärker.“ Gegen die Nordhessen, die mit der Niederlage auf den letzten Platz abrutschten (4:20 Punkte), spielten vor allem TTC-Spitzenmann Udra und Vladimir Anca auf Position drei ihre individuellen Qualitäten aus. Udra feierte zwei Vier-Satz-Erfolge im vorderen Paarkreuz. Anca kam im ersten Durchgang gegen Noah Weber nach einem 0:2-Rückstand zurück und setzte sich mit 11:9 im fünften Satz durch. In seinem zweiten Einzelmatch hielt Anca Niklas Hilgenberg über vier Sätze auf Distanz – und stellte so den 6:3-Endstand her.

21 22 Molnar Udra SM

Die Lampertheimer Istvan Molnar (l.) und Alfredas Udra behielten in den entscheidenden Situationen kühlen Kopf.

Nach dem Doppelauftakt hatte es 1:1 gestanden. Lampertheims Spitzenduo Udra/Molnar gab gegen Maximilian Dierks/Tom Schmidt eine 2:0-Führung aus der Hand, besann sich im Schlusssatz aber auf seine Stärken und ging mit einem 11:7 als Gewinner vom Tisch. Mikutis/Anca zeigten im Doppel 2 keine schlechte Leistung, nach vier Sätzen hatten die Kasseler Hilgenberg/Weber das Match jedoch für sich entschieden.

Klare Verhältnisse

Mit Udras erstem Einzelpunkt und dem wichtigen Vier-Satz-Erfolg von Mikutis gegen SVH-Spitzenspieler Dierks stellte der TTC auf 3:1 – und die Weichen auf Sieg. Nach Molnars Vier-Satz-Niederlage gegen Hilgenberg zum 2:3 zogen die Spargelstädter auf 5:2 davon. Theoretisch hätte sich Udra in seinem zweiten Einzel auch eine Niederlage leisten können, denn Molnar war gegen Weber auf Siegkurs.

In der Tabelle festigte Lampertheim (jetzt 20:8 Punkte) den dritten Platz. Aktuell steht der TTC sogar auf Rang zwei, doch der SC Buschhausen (17:3 Punkte) hat vier Spiele weniger absolviert. Der Blick der Südhessen richtet sich daher vor allem auf den Tabellenvierten TSV Schwarzenbek (16:12). Die Norddeutschen ließen zuletzt ordentlich Federn. Einem 5:5 im Nachbarschaftsduell bei Kellerkind TSV Bargteheide folgten am vergangenen Wochenende eine 2:6-Niederlage bei Spitzenreiter Union Velbert und ein 5:5 in Buschhausen. Gegen diese beiden Top-Teams muss der TTC im März noch ran.

Ihre nächste Begegnung bestreiten die Lampertheimer am Sonntag, 6. März (14.15 Uhr, Sedanhalle). Gewinnen die TTC-Herren ihre Heimpartie gegen den Tabellensiebten TTS Borsum, ist ihnen Platz drei unter normalen Umständen nahezu sicher.

Quelle: Südhessen Morgen