TTC Lampertheim steht vor doppeltem Gastspiel.
Den ganz großen Empfang hat Tischtennis-Drittligist TTC Lampertheim für seinen Winter-Neuzugang nicht vorbereitet. Für den 17-jährigen Wen-Che Lin Cheng dürfte die Ankunft am Frankfurter Flughafen am Dienstag trotzdem den Beginn eines Abenteuers darstellen – nicht nur sportlich. „Er ist zum ersten Mal in Europa und wird bestimmt sehr aufgeregt sein“, sagt TTC-Vorsitzender Uwe van gen Hassend vor dem Lampertheimer Doppelspieltag am Wochenende.
Bevor der Spitzenreiter der 3. Bundesliga Nord am Samstag (18.30 Uhr) bei Schlusslicht TSV Schwarzenbek und am Sonntag (14.15 Uhr) beim Drittletzten TTS Borsum gastiert, dreht sich vieles vor allem um eine Frage: Kann Wen-Che Lin Cheng den Ausfall von Rogelio Castro auffangen? Der Mexikaner, der beim TTC mit einer Einzelbilanz von 13:3 zum Leistungsträger im Spitzenpaarkreuz avanciert ist, ist zu den panamerikanischen Meisterschaften nach San Francisco gereist. Auch das Lampertheimer Heimspiel gegen Union Salzgitter am 8. Februar wird Castro verpassen.
Auf Marc Gutierrez ruhen die Lampertheimer Hoffnungen
Lin Cheng wurde eigens für diese drei Partien verpflichtet. Das dürfte den Druck auf ihn zusätzlich erhöhen. Zumal dem Taiwanesen nur drei Trainingstage bleiben, um sich zu akklimatisieren. Gemäß seiner Punkte in der QTTR-Wertung (2340) wird Lin Cheng noch vor TTC-Spitzenspieler Marc Gutierrez (2282) an Position eins aufgeschlagen. „Wir sind gespannt“, meint van gen Hassend. Das Wochenende aus Sicht des Teamneulings hat der Club-Boss indes genau durchgeplant: „Er fährt von Frankfurt mit dem Zug weiter nach Basel. Dort trainiert er ab Mittwoch mit Timothy Falconnier. Am Freitag geht es für beide mit dem Zug weiter nach Hamburg. Dort wird die Mannschaft dann bei der Tischtennis-Abteilung des FC St. Pauli trainieren, bevor es am Samstag nach dem Frühstück nach Schwarzenbek geht.“
Zehn Fans fahren mit dem TTC Lampertheim nach Hamburg
Zehn Fans werden den TTC in den hohen Norden begleiten. Für die TTC-Herren, die mit 19:1 Zählern an der Spitze stehen, werden die Auftritte bei den Kellerkindern Schwarzenbek (3:19 Punkte) und Borsum (6:14) wegweisend im Aufstiegskampf sein. Mit dem jüngsten 6:2 gegen TuS Celle zum Rückrundenstart legten die Spargelstädter im Fernduell mit Union Velbert II (16:2) vor. Velbert II wird erst am 7. Februar ins neue Jahr starten – also quasi dann, wenn sich der TTC in eine vierwöchige Pause verabschiedet.
„Wir wollen vier Punkte mitnehmen“, stellt van gen Hassend klar: „Es ist ja nicht gesagt, dass Wen-Che Lin Cheng nicht auch ein Spiel gewinnen kann.“ Der TTC-Chef warnt jedoch davor, die Gegner zu unterschätzen: „Castro fällt ja nicht nur im Einzel aus. Mit dem Doppel 1, in dem er mit Gutierrez bei 9:0 Siegen steht, fehlt uns auch das beste Doppel der Liga.“ Schwarzenbek stieg 2016 mit dem TTC in die 3. Liga auf. In die laufende Runde startete der „Drittliga-Dino“ mit acht Niederlagen am Stück. Zuletzt gab es Achtungserfolge in Altena (6:4) und Bad Hamm (5:5). Bei Borsum kommt Spitzenmann Jakub Kosowski immer besser in Fahrt. Das Hinspiel Ende Oktober (6:0 für den TTC) hatte das Ex-TTBL-Ass angeschlagen verpasst.
Quelle: Südhessen Morgen

