Späte Erlösung

TTC Lampertheim gewinnt knapp in Altena

Uwe van gen Hassend, der Vorsitzende des TTC Lampertheim, hatte auf einen knappen Sieg gehofft. Und den hat er auch bekommen: Mit 6:4 hat sich das erste TTC-Herrenteam im Spitzenspiel der 3. Tischtennis-Bundesliga Nord beim Tabellendritten TTC Altena durchgesetzt. Den doppelten Punktgewinn stellte der Primus aus Südhessen erst in der Verlängerung sicher.

P1090690 Timothy Falconnier 900pxTimothy Falconnier spielt auch in der nächsten Saison beim TTC
  

„Das war ein Krimi“, sagte van gen Hassend. Im letzten Einzel wehrte Milo de Boer drei Matchbälle ab. Im Duell der Nummer-vier-Spieler lag der Niederländer mit 8:10 und 11:12 gegen Stefan Dimitrov zurück, bevor er den fünften Satz mit 14:12 für sich entscheiden konnte. In Satz vier hatte de Boer, der gegen Dimitrov als Favorit galt, ein 8:5 aus der Hand gegeben. „Milo ist nicht auf sein Level gekommen“, stellte van gen Hassend fest: „Aber ein guter Spieler ist erst dann richtig gut, wenn er nicht seine Topform abruft und trotzdem gewinnt. Außerdem machen spannende Spiele unseren Sport aus. Sie machen auch mehr Spaß als ein 6:0.“

Den Start in die Begegnung hatten die TTC-Herren zwar nicht vermasselt. Das 1:3 zur Pause weckte trotzdem Erinnerungen an das 5:5 im Hinspiel im November, als die Lampertheimer ihren bisher einzigen Punktverlust schlucken mussten. „Yoan Velichkov hat vorne überragend gespielt. Da war für uns nichts drin“, lobte van gen Hassend Altenas Spitzentalent. Der 18-Jährige gewann im Doppel 2 mit Mauro Schärrer gegen Timothy Falconnier/de Boer und ließ auch an Position eins gegen Rogelio Castro (3:1) und Marc Gutierrez (3:0) nichts anbrennen. Seine Einzelbilanz von 25:3 ist in der 3. Liga Nord unübertroffen.

Ein Gegenspieler war sehr motiviert

Pikant: Vor dem Lampertheimer Gastspiel in Altena wurde bekannt, dass Velichkov zur kommenden Saison zu Union Velbert wechselt. Die erste Union-Mannschaft steht in der 2. Bundesliga vor dem Abstieg. Velberts Reserve legte am Wochenende als Tabellenzweiter im Fernduell mit Lampertheim nach: Gegen den TTC Bad Hamm (6:2) und Füchse Berlin (6:1) gab es die nächsten Siege. Mit 24:2 Punkten rückte Velbert II dem TTC (27:1) weiter auf die Pelle. Im Kampf um Meisterschaft und Aufstieg läuft es mehr denn je auf eine Entscheidung im direkten Duell in Velbert am 11. April hinaus. „Velichkov war gegen uns besonders motiviert“, merkte van gen Hassend an.

Lampertheims Spitzendoppel Gutierrez/Castro gab sich gegen Tobias Slanina/Dimitrov keine Blöße. Nachdem de Boer und Falconnier im hinteren Paarkreuz auf 3:3 stellten, gelang Castro gegen den Schweizer Nationalspieler Schärrer der wichtige Fünf-Satz-Erfolg zum 4:4. Nach Falconniers 3:1-Sieg gegen Slanina zur 5:4-Führung sorgte de Boer für die späte Entscheidung.

Um Entscheidungen wird sich beim TTC auch in dieser Woche vieles drehen – nicht nur, weil es am Sonntag (15 Uhr) beim Fünften Bad Hamm weitergeht. Auf einer Vorstandssitzung wollen die Spargelstädter entscheiden, ob sie den möglichen Aufstieg wahrnehmen oder nur für Liga drei melden. „Wir werden nichts Verrücktes machen“, betonte van gen Hassend. Wie der TTC-Boss zudem bekannt gab, wird Castro die Lampertheimer in Richtung zweite Liga verlassen.

Quelle: Südhessen Morgen

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