Drei Punkte fehlen dem TTC

Gainza-Comeback reicht bei 4:6 in Velbert nicht

Uwe van gen Hassend war einfach nur stolz. Der Vorsitzende des TTC Lampertheim verlor nach der 4:6-Niederlage bei Union Velbert II kein Wort mehr über die Machenschaften des Gegners, die das Spitzenspiel der 3. Tischtennis-Bundesliga Nord im Vorfeld überlagert hatten. Die Freude über die Vorstellung der eigenen Mannschaft war größer als der Frust darüber, dass Meisterschaft und Wiederaufstieg nun wohl verspielt sind.

„Keiner hatte vorher damit gerechnet, dass wir uns so wehren können“, sagte van gen Hassend: „Aber die Jungs waren total motiviert und fokussiert. Die Mannschaft hat alles ausgeblendet und Biss gezeigt.“ Einem Mann, der in Lampertheim fast schon in Vergessenheit geraten war, musste der TTC-Boss besonders huldigen. Alvaro Gainza bestritt in Velbert sein erstes Ligamatch seit 14 Monaten. Der Spanier, der zur Meistertruppe 2024 und in der vergangenen Saison zum Zweitliga-Team gehörte, erklärte sich kurzfristig bereit, für Rogelio Castro einzuspringen, der nach Saisonende nach Velbert wechselt (wir haben berichtet).

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Sie gaben alles: Der TTC mit Gutierres, Falconnier, de Boer und Gainza (v.l.) vor dem Spiel in Velbert
  

Der 24-jährige Gainza ist nach einer Hüft-OP im Frühling 2025 zwar noch nicht wieder voll ins Training eingestiegen. In Velbert übertraf er jedoch alle Erwartungen. Im Doppel 1 mit Marc Gutierrez gelang Gainza erst gegen Anton Limonov/Lars Hielscher nach einem 0:2-Rückstand noch ein 3:2-Erfolg. Im ersten Einzeldurchgang holte der Iberer dann gegen Noah Hersel einen Vier-Satz-Sieg – und sorgte so für den zwischenzeitlichen 3:3-Ausgleich im Spitzenduell um den Titel. „Was Alvaro da abgeliefert hat, war sensationell“, meinte van gen Hassend.

Mit einem 5:5 wäre der TTC wohl Meister geworden

Ein 5:5-Unentschieden hätte dem TTC am vorletzten Spieltag gereicht, um Platz eins zu behalten. Die Entscheidung fiel in Gutierrez‘ zweitem Einzel gegen Limonov. Der 23-Jährige kam nach einem 0:2-Rückstand auf 2:2 zurück, lag im fünften Satz 2:6 hinten, ging dann mit 8:7 in Führung. Am Ende stand eine 8:11-Niederlage. „Marc saß hinterher untröstlich da. Dafür gab es aber keinen Grund“, unterstrich van gen Hassend, dass auch Gutierrez‘ Leistung aller Ehren wert war: „Im ersten Einzel hat er Michael Servaty geschlagen, der eine Einzelbilanz von 19:4 Siegen hatte. Limonov steht jetzt bei 18:2.“ Die Erkenntnis, dass dem TTC auch ohne Castro nur drei Spielpunkte zum Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga fehlten, blieb natürlich trotzdem haften. „Die anderen Spiele gingen klar an Velbert“, musste van gen Hassend festhalten: „Es gab aber kein Jammern – nicht bei der Mannschaft, nicht bei den 40 mitgereisten Fans, die in Velbert dafür gesorgt haben, dass wir Heimspiel-Atmosphäre hatten.“

Zum Saisonabschluss am Sonntag (13.45 Uhr) empfängt der TTC (jetzt Zweiter mit 31:3 Punkten) den Vierten Eintracht Frankfurt in der Sedanhalle. Der neue Primus Velbert II (32:2) will zeitgleich beim Vorletzten TSV Schwarzenbek alles klarmachen. „Wir werden Marc verabschieden, der in die erste spanische Liga zurückkehrt, unseren neuen Spielertrainer vorstellen und die vierte Vizemeisterschaft seit 2019 gebührend feiern“, kündigte van gen Hassend an.

Quelle: Südhessen Morgen

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