Vizemeister Lampertheim schlägt Eintracht Frankfurt zum Abschluss und denkt schon an die nächste Saison in der 3. Liga
Sportlich nicht hochklassig, aber doch packend: Der Saisonabschluss des TTC Lampertheim in der 3. Tischtennis-Bundesliga Nord hat mehr geboten, als nach dem knapp verpassten Wiederaufstieg zu erwarten war. „Nach der 4:6-Niederlage im Spitzenspiel bei Union Velbert II eine Woche vorher war die Luft raus“, gab Lampertheims Vorsitzender Uwe van gen Hassend zu. Als Vizemeister hatten die TTC-Herren schon vor dem 6:4-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt festgestanden. Unterhaltungswert hatte die Begegnung trotzdem.
TTC-Ass Gutierrez glänzt zum Abschied in der Sedanhalle
Denn über fehlende Spannung konnten sich die 120 Zuschauer des Hessenduells in der Sedanhalle wahrlich nicht beschweren. „Es war bis zum Schluss eng“, stellte van gen Hassend fest. Das lag auch daran, dass beide Mannschaften ersatzgeschwächt antraten. Der TTC setzte wie in Velbert auf Alvaro Gainza als Ersatz für Rogelio Castro. Auch der Tabellenfünfte reiste nicht in Bestbesetzung an. „Das war eines unserer schwächsten Saisonspiele, vielleicht sogar das schwächste“, meinte van gen Hassend selbstkritisch: „Bis auf Marc Gutierrez hat keiner wirklich Normalform erreicht.“ TTC-Spitzenspieler Gutierrez zeigte sich allerdings besonders motiviert. Für den 23-jährigen Spanier war es der letzte Auftritt im TTC-Dress, er wäre nur im Aufstiegsfall geblieben. Stattdessen wird es für ihn jetzt in der ersten spanischen Liga weitergehen. Außerdem sind einzelne Einsätze in der niederländischen Eredivisie geplant. „Seine Spiele waren das Highlight“, befand van gen Hassend, der Gutierrez eine Bildercollage zum Abschied überreichte.

Gehört künftig wieder zum TTC-Stammkader: Alvaro Gainza wird die Südhessen in der kommenden Saison als Spielertrainer anführen
Dass Gutierrez‘ Landsmann Gainza den 6:4-Endstand perfekt machte, entbehrte derweil nicht einer gewissen Symbolik. Der 24-Jährige, der wie schon in Velbert an zwei Punktgewinnen beteiligt war, gehört künftig wieder zum TTC-Stammkader. Er wird die Südhessen als Spielertrainer anführen. „Alvaro hat viele Jahre in professionellen Trainingszentren trainiert“, erklärte van gen Hassend zu dieser Entscheidung: „Außerdem genießt er hohes Ansehen im Verein und bei seinen Mitspielern.“ Tatsächlich steht Gainza wie kaum ein anderer aktueller TTC-Spieler für Identifikation mit den Spargelstädtern. Nach dem historischen Aufstieg in die 2. Bundesliga 2024 und dem knappen Abstieg im vergangenen Jahr blieb der Spanier den Südhessen treu. In Velbert sprang Gainza für Castro ein, obwohl er nach fast 15-monatiger Pause noch weit weg von seiner Bestform ist. „Alvaro wird im Sommer wieder voll ins Training einsteigen“, kündigte van gen Hassend an.
Nach der vierten Vizemeisterschaft seit 2019 und als Zuschauerkrösus der 3. Bundesliga können die TTC-Herren auf ein gutes Jahr zurückblicken. Die Enttäuschung über die Niederlage in Velbert, die im Zeichen des Wechsels von Rogelio Castro zum direkten Konkurrenten stand, ist abgehakt. „Wir müssen jetzt eine wettbewerbsfähige Mannschaft für die kommende 3. Bundesliga Nord aufstellen, die bärenstark wird“, weiß van gen Hassend um die Qualität, die der Zweitliga-Absteiger Oldenburger TB und die Aufsteiger SV Motor Falkensee und TTC Waldniel mitbringen werden.
Quelle: Südhessen Morgen

